Stau und Hausputz im Hörsaal

Samstagsuniversität startet in die vierte Runde

Stadtmitte (OZ) Ein alltägliches Bild: Die Autoschlange bewegt sich gleichförmig vorwärts, bis ein Fahrzeug ausschert, überholt, sich zurück in die Schlange drängelt. Das nachfolgende Auto muss bremsen, genauso wie die folgenden Fahrzeuge.

   Schon ist er da, der „Stau aus dem Nichts“. So hat Dr. Reinhard Mahnke, Physiker an der Universität Rostock, seinen Vortrag betitelt. Er wird unter anderem zeigen, dass Geschwindigkeit keine Hexerei ist und dass bis zum Jahrhundert-Ende mit einigen Änderungen im Straßenverkehr zu rechnen ist. „Ohne physikalische Formeln“, verspricht der Redner.

   Halten wird Mahnke seinen Vortrag am Sonnabend um 11 Uhr im Großen Hörsaal Physik am Universitätsplatz 3. Damit startet die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät in die vierte Runde ihrer Samstagsuniversität. „Es wird wieder je einen Vortrag aus Physik, Mathematik, Biologie und Chemie geben“, hält David Blaschke, Physik-Professor und Cheforganisator der Reihe, am bewährten Konzept fest.

   Nach dem Auftakt an diesem Wochenende wird der Mathematiker Prof. Konrad Engel am 14. Dezember mit den Waffen seiner Wissenschaft gegen Krebserkrankungen vorgehen. Er will zeigen, wie mit Hilfe mathematischer Modelle Bestrahlungen zielgerichteter gesteuert werden können. Formeln und Zahlen helfen, bösartige Geschwulste möglichst vollständig zu vernichten, gesundes Gewebe dagegen zu erhalten.

   Der 11. Januar steht ganz im Zeichen der Chemie – mit Haushaltsmitteln. Deren Wirkungsweise wird erläutert, die gewollte und die bei falscher Anwendung. „Farbenfrohe Gemälde können Ergebnis sein, aber auch Explosionen“, blickt der Referent Prof. Alfred Flint auf seinen mit Experimenten illustrierten Vortrag voraus.

   Geheimnisvoll geht es zum Semester-Abschluss der Samstagsuniversität zu. Am 25. Januar wagt sich der Biologe Prof. Gerd Graf mit seinen Zuhörern in die Tiefsee und geht mit ihnen der Frage nach, ob es sich dabei um einen extremen Lebensraum handelt. „Die Vorträge werden für jeden verständlich und anschaulich gestaltet“, kündigt Blaschke an. Mit der Samstagsuniversität wollen die Rostocker Naturwissenschaftler nachweisen, dass ihre Fachgebiete nicht so weit von der Alltagswelt entfernt sind, wie das hier und da behauptet wird. Und sie wollen Lust auf ein Studium in Rostock machen.

   Damit junge Leute nicht in die Zwickmühle zwischen Interesse und Ausschlafen geraten, haben die Organisatoren den Beginn der Veranstaltungen im Vergleich zum Vorjahr um eine Stunde verschoben. Nähere Informationen: www.physik.uni-rostock.de

ANJA NEUTZLING

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Prof. David Blaschke (r.) und Dr. Reinhard Mahnke bereiten den ersten Vortrag der Samstagsuniversität vor.

Foto: Anja Neutzling

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