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Mittwoch, 29. Oktober 2003 |
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Spaß an der Wunderwelt Physik |
Mehr als 400 Schüler aus ganz Mecklenburg- Vorpommern testeten gestern ihr
Wissen beim Physiktag an der Uni Rostock. Und ermittelten das schlaueste
Nachwuchs-Team. Es ist nur eines von vielen Experimenten,
die gestern mehr als 400 Schüler beim Rostocker Physiktag erleben
konnten. Außerdem stellten sie sich einem Turnier, um das Team der schlauesten
Nachwuchswissenschaftler zu ermitteln. „Wir wollen sehen, ob unser
wissenschaftlicher Nachwuchs wirklich so schlecht ist, wie es uns die
Pisa-Studie und die Medien glauben machen wollen“, sagt Mitinitiatorin Dr. Viola
von Oeynhausen von der Rostocker Uni.
Mecklenburg-Vorpommern belegt in der Pisa-Studie für
Deutschland bei der Naturwissenschaftlichen Kompetenz Rang neun. Und Deutschland
liegt im Vergleich zu anderen Ländern unter dem Durchschnitt. „Wir wissen, dass
unsere Schüler Schwächen haben“, sagt die Pressesprecherin des
Bildungsministeriums, Heike Neitzert. Es gebe bereits viele Strategien, die
Probleme zu lösen. Und Angebote wie der Rostocker Physiktag würden belegen, dass
es im Land auch viele außerschulische Bildungsimpulse gebe.
Während die Gymnasiasten noch versuchen, die Worte Innen-
und Außendruck in eine Erklärung zu verpacken, lässt der Physiker Diederich in
den Versuchsbehälter Luft einströmen. Schnell nimmt der Grabower Kuss die ursprüngliche Gestalt
wieder an. Die Schüler sind kurz davor zu applaudieren. Der Spaß an der Sache
ist ihnen anzumerken und das ist es, was die Rostocker Wissenschaftler mit ihrem
Aktionstag bezweckten. „Wir wollen Schüler für die Physik begeistern“, sagt von
Oeynhausen.
Begeistert verfolgen auch die Schüler, deren Schulen sich
nicht qualifiziert hatten, die Physik-Turnier-Endrunde. Vier Teams lösen um die
Wette physikalische Rätsel. Mit welcher Linse lässt sich ein paralleler
Lichtstahl im Wasserkasten bündeln? Warum fällt ein Magnet durch ein Rohr aus
Kupfer langsamer als durch eins aus Glas?
„Physik macht Spaß“, sagt Katja Karstens (19) aus dem
Gewinnerteam des Rostocker Käthe-Kollwitz-Gymnasiums nach dem Finale. Schon im
Vorausscheid hatte das Gymnasiums mit musikalischer und naturwissenschaftlicher
Ausrichtung die besten Ergebnisse aller Teilnehmer. Gemeldet waren 25 Schulen
aus dem ganzen Land. Der Gesamtleistungsdurchschnitt sei jedoch nicht
berauschend gewesen, sagt von Oeynhausen: „Pisa lässt grüßen.“
Dass der Druck der Gasbläschen im Eischnee des
Schokokusses, im Vakuum befreit vom Luftdruck, die Schokolade platzen lässt,
scheint schnell den meisten Schülern klar. Ganz im Sinne der bei Pisa
erforschten naturwissenschaftlichen Denkweise kommt einer von ihnen auf Grund
seiner Beobachtungen und Befunde zur angemessenen Schlussfolgerung: „Und wie
schmeckt der jetzt?“ „Ausprobieren“, rät Diederich und händigt das
Versuchsobjekt aus: „Guten Appetit!“
NICK VOGLER Andreas Przystawik (l.) demonstriert Christine
Beyer (15) und Frank Hartmann (16) ein Lasergerät im Physik-Labor der
Rostocker Universität. Foto: Sören Klement © 1999-2001, Alle Rechte
vorbehalten
